46594-u066174_henryhess_portrait1_adp_socialmedia_170x170
si-logo_8345

Willkommen auf der persönlichen Homepage von Henry Heß, Generalagent Henry Heß.

Direkt zu den Online-Abschlüssen...

Letztes Site-Update: 2. April 2020 / >> Corona-Informationen

PKV bei Kurzarbeit
Besuchen & bewerten Sie mich bei myExperte.de!

Das sollten Sie wissen, wenn Ihre PKV versicherten Kunden aufgrund des Coronavirus in Kurzarbeit geschickt werden …

Was ist mit meiner Privaten Krankenversicherung bei Kurzarbeit– bleibe ich PKV versichert oder werde ich versicherungspflichtig? Wer beteiligt sich in dem Fall an den PKV-Beiträgen – muss der Arbeitgeber weiterzahlen?
Antworten dazu finden Sie hier:

 

1. Bleibt ein PKV versicherter Arbeitnehmer bei Bezug von Kurzarbeitergeld versicherungsfrei – und damit weiterhin privat krankenversichert?

Zur Versicherungsfreiheit bei Bezug von Kurzarbeitergeld nimmt der Spitzenverband Bund (SpiBu) in seinem Rundschreiben vom 22.03.2017 Stellung.

Bewertung vorweg:
Wird ein Arbeitnehmer aktuell durch Corona in Kurzarbeit geschickt und fällt mit seinem Entgelt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze, hat das keine Auswirkungen auf seinen Versicherungsstatus. Der Arbeitnehmer bleibt weiterhin versicherungsfrei. Damit wird seine PKV unverändert fortgeführt.

Die relevanten Passagen aus dem Rundschreiben nachfolgend im Wortlaut:
 

SpiBu-Rundschreiben vom 22.03.17, Seite 15
„Ein bei vorliegender Versicherungsfreiheit nur vorübergehendes Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze, das ohne Auswirkungen auf den Versicherungsstatus bleibt, wird nur in engen Grenzen für zulässig und vertretbar erachtet und ist auf wenige Sachverhalte beschränkt. Hier in Betracht kommen im Wesentlichen die Fälle der Kurzarbeit (mit Ausnahme des Bezugs von Transferkurzarbeitergeld) und der stufenweisen Wiedereingliederung in das Erwerbsleben. In diesen Fällen bleibt der Versicherungsstatus für die Dauer des jeweiligen Tatbestandes unverändert. Dies ist gerechtfertigt, da das aus Anlass der Kurzarbeit oder der Wiedereingliederung ausfallende regelmäßige Arbeitsentgelt durch eine Entgeltersatzleistung (Kurzarbeitergeld bzw. Krankengeld) ersetzt wird und der eigentliche Entgeltanspruch dem Grunde nach unberührt bleibt.“

SpiBu-Rundschreiben vom 22.03.17, Seite 17
„Zu den Zeiten der Unterbrechung eines entgeltlichen Beschäftigungsverhältnisses, die ohne Auswirkungen auf den krankenversicherungsrechtlichen Status bleiben, zählen insbesondere:

  • Zeiten der Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf der Entgeltfortzahlung (unabhängig davon, ob Krankengeld oder Krankentagegeld gezahlt wird),
  • Zeiten des Bezugs von Verletztengeld, Übergangsgeld oder Versorgungskrankengeld,
  • Zeiten des Bezugs von Mutterschaftsgeld,
  • Zeiten des Bezugs von Kurzarbeitergeld mit Ausnahme des Transferkurzarbeitergeldes nach § 111 SGB III,
  • Zeiten, in denen sich der Arbeitnehmer rechtmäßig im Arbeitskampf befand,
  • Zeiten der Teilnahme an einer Eignungsübung.“

Rechtsverbindliche Auskunft darf natürlich nur eine gesetzliche Krankenkasse erteilen.

 

2. Arbeitgeberzuschuss bei PKV-Versicherten in Kurzarbeit

Der PKV-Zuschuss für Kurzarbeiter ist in § 232a Abs. 2, § 249 Abs. 2, § 257 Abs. 2 Satz 3 SGB V geregelt (für die Pflege gilt eine analoge Anwendung). Danach muss auch bei Kurzarbeit der Arbeitgeber weiterhin einen (erhöhten) Zuschuss zur PKV seines Arbeitnehmers leisten.

Bewertung vorweg:

Bei Bezug von Kurzarbeitergeld (Kug) gibt es für den PKV-Arbeitgeberzuschuss eine sehr positive Regelung. Auf das Ist-Entgelt (= Bruttoverdienst während Kurzarbeit) ist weiterhin die paritätische Finanzierung anzuwenden (AG und AN teilen sich den Beitragsanteil). Und auf die Differenz von Soll-Entgelt (= Bruttoverdienst vor Kurzarbeit) zu Ist-Entgelt trägt der AG den Zuschuss alleine. Vereinfacht gesagt muss der Arbeitgeber bei Bezug von Kurzarbeitergeld einen erhöhten PKV-Zuschuss leisten, sodass die Bezahlung der PKV-Beiträge für den Zeitraum des Kug-Zeitraums weitestgehend gewährleistet wird.

Die Regelung im Detail

Privat krankenversicherte Arbeitnehmer erhalten bei Kurzarbeit von ihrem Arbeitgeber ebenfalls einen Beitragszuschuss. Der Beitragszuschuss wird sowohl auf das Ist-Entgelt als auch auf das sog. Fiktiv-Entgelt gewährt. Für den Beitragszuschuss beim Ist-Entgelt wird der halbe allgemeine Beitragssatz plus der halbe durchschnittliche Zusatzbeitragssatz herangezogen (7,85 %).

Um den Arbeitgeberzuschuss für Arbeitnehmer abzusichern, berechnet er sich nicht vom Kurzarbeitergeld, sondern von einem Fiktiv-Entgelt. Das Fiktiventgelt beträgt 80% des bisherigen Bruttoeinkommens abzüglich des Ist-Entgeltes aus dem verbleibenden Tätigkeitsteil. Aus dem Fiktiv-Entgelt hat der Arbeitgeber auch bei privat krankenversicherten Arbeitnehmern den vollen Beitrag (= 14,6 %) als Beitragszuschuss zu zahlen. Hinzu kommt noch der auf das Fiktiv-Entgelt entfallende durchschnittliche Zusatzbeitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Kalenderjahr 2020 beträgt dieser 1,1 %.

Allerdings erhält der privat krankenversicherte Arbeitnehmer als Beitragszuschuss höchstens den Betrag, der an das private Krankenversicherungsunternehmen insgesamt zu zahlen ist.

Weitergehende Infos zur Kurzarbeit finden Sie auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.

Diese Information (mit Berechnungsbeispiel) als PDF downloaden